Stefan

Datum: 09.09.2015 | Kategorie(n): Mutmacher, News, Team

„Ich heiße Stefan und wurde 1979 geboren. Im Alter von 9 Monaten wurde ein unilaterales Retinoblastom diagnostiziert und das linke Auge entfernt. „Entdeckt“ haben es meine Eltern – aufgrund der weißen Pupille auf vielen Fotos. Wie viele andere RB-Betroffene, habe auch ich keine bewusste Erinnerung an ein Leben mit beiden Augen und vermisse daher unmittelbar auch nichts.

Meine Kindheit habe ich im Wesentlichen nicht anders verbracht als jedes andere Kind – mit einem großen Sportplatz und einem Waldgebiet hinterm Haus war ich recht leicht zu finden – entweder am Sportplatz oder irgendwo im Wald oder am nahen Fluss. Neben Fußball gehörten & gehören auch Skifahren, Radfahren, Schwimmen, Laufen zu meinen Hobbies. Außerdem fotografiere ich sehr gerne.

Schwierige Momente gab es in der Pubertät – damals hätte mir sicher geholfen, andere Betroffene zu kennen, aber das war vor 20 Jahren noch etwas schwieriger als heute. Die Möglichkeiten einer vernetzten Welt und Initiativen wie die KAKS bieten hier jedoch großartige Kontaktmöglichkeiten. Neben einem kleinen, aber feinen Freundeskreis, den ich bis heute pflege, hat mir damals auch meine Freundin und heutige Frau Rückhalt und Sicherheit gegeben.

Kleine Herausforderungen des Alltags bewältige ich wie viele andere Mutmacher hier auch – mit uns eigenen Lösungen, wie dem Ansetzen der Weinflasche am Glas vor dem einschenken oder einem besonders gründlichem Schulterblick beim Autofahren.

Richtig in den Fokus gerückt ist meine Krankheit für mich selbst eigentlich erst in den letzten 5 Jahren – als das Thema Familienplanung aktuell wurde und ich mich gründlich über Risiken und mögliche Gefährdungen informiert habe und dabei auch für mich selbst vieles gelernt und erfahren habe. Da entstanden dann auch viele Kontakte zu Eltern und Organisation wie der Österreichischen Kinderkrebshilfe oder der KAKS. Das RB-Treffen 2015 war dann auch für mich etwas gänzlich Neues und tief beeindruckendes.

Es gab und gibt immer wieder Momente, in denen ich merke, dass ich nur ein Auge habe. Aber aufhalten habe ich mich deshalb trotzdem noch nie lassen.“

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09.09.2015 | Mutmacher, News, Team



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